[Modellbau] Shelby Mustang GT 350 H [Revell 1:24]

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    • [Modellbau] Shelby Mustang GT 350 H [Revell 1:24]

      Greetings Earthlings! ;)

      Zu Eurer Belustigung habe ich mir vorgenommen, Euch mal daran teilhaben zu lassen, wie ich meine Automodelle baue. Eigentlich hatte ich diesen hier so nicht geplant, aber er war günstig, und darauf gabs noch mal 10 Prozent (jepp, ich bin billig!), mein anderes Projekt zieht sich grad in die Länge, ich brauchte eine kleine Ablenkung davon, und die anderen beiden, die ich im Auge hatte, lassen sich grad nicht so ganz reibungslos umsetzen, wie ich das dachte, also halt ein aufgemotzter Mustang!
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      Nachdem der Ford Mustang bei der Kundschaft einschlug wie eine Bombe, dauerte es auch nicht lange, bis der Wunsch aufkam, mit diesem sportlichen Modell auch Rennen fahren zu wollen. Als ideales Einsatzgebiet wurde die SCCA-Serie für seriennahe Fahrzeuge ausgemacht, in der auch der direkte Konkurrent auf dem Markt, die Corvette damals gerade dominierte. Also wandte man sich an Fords Spezialisten für 'heißere' Fahrzeuge, Carrol Shelby, und ließ ihn ein Homologationsmodell entwickeln und bauen. Ein dickerer Vergaser, Koni-Dämpfer ringsrum, eine stärkere Hinterachse mit neuen Führungsstäben und ein paar weitere Mods, und ein paar weitere Detailmodifikationen, und voila: der Shelby Mustang GT 350 war geboren. Die '65er Modelle waren zwar straßenzugelassen, aber auch noch sehr rauh, rennmäßig und sehr unkomfortabel. Das 66er Modell wurde etwas komfortbetonter gebaut, ohne daß die Leistungsfähigkeit des Fahrzeuges groß darunter litt.

      Und dann kam es dazu, daß durch irgendwelche Kontakte man bei der Autovermietung Hertz auf die Idee verfiel, man könnte doch seiner Kundschaft etwas ganz Besonderes bieten. Etwas besonders Wildes, Sportliches, Schnelles. Rennauto fahren, quasi für jedermann. Also bestellte man bei Shelby 1000 GT 350, (100 weiße, 100 rote, 100 blaue, der Rest in schwarz, mit goldenen Streifen) und gründete den exklusiven 'Hertz Sports Car Drivers Club', dem man beitreten mußte, um unter dem Motto 'rent a racecar' einen der GT 350 H leihen zu dürfen, aber auch erst, nachdem man seine Fähigkeit, ein solch leistungsstarkes Fahrzeug beherrschen zu können, unter Beweis gestellt hat. 17 Dollar am Tag und 7 Cent pro gefahrene Meile kostete einen dann das Vergnügen (was Mitte der 60er schon ordentlich viel Geld war).

      Stellte sich als ganz doofe Idee raus. Die Fahrzeuge wurden nämlich tüchtig getreten, hatten entsprechend großen Wartungs- und Reparaturaufwand, kosteten Hertz mehr Geld, als sie einbrachten, und manch ein Kunde tat mit seinem geliehenem Fahrzeug das, wofür sie ursprünglich gedacht waren: Rennen fahren! Manche Fahrzeuge kamen nach einem Wochenende zurück und zeigte ungeschminkt, daß vorübergehend ein Käfig eingeschweißt und anschließend wieder ausgebaut wurde. Nicht lange, und Hertz nahm die Fahrzeuge aus seinem Pool (noch bevor Shelby die letzten Fahrzeuge ausliefern konnte) und verkaufte sie recht schnell an die Öffentlichkeit weiter. Ach ja, da H am Ende der Typenbezeichnung steht natürlich für 'Hertz'.


      Revells 66er Shelby Mustang GT350 ist ein relativ alter Bekannter, erstmals von Monogram Mitte der 80er herausgebracht, trotz recht überschaubarer Teilezahl grundsätzlich recht gut detailliert, aber er kann sein Alter auch nicht ganz leugnen, recht viel Trennähte, Gußgrate und Sinkstellen, die für ein sauberes Ergebnis zu versäubern sind, nicht die allerbeste Passgenauigkeit. Für einen genaueren Blick auf den Schachtelinhalt verweise ich der Einfachheit halber mal auf den Review von Modellversium. :)
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    • Grundsätzlich fange ich mit dem an, was die meiste Arbeit verschlingt, das ist bei Autos eigentlich fast immer die Karosserie. Am Anfang steht immer die große Schleiferei, erst Grate entfernen, bei diesem Modell waren noch ein paar Logos auf den Seiten zu entfernen, dann ein erster Schliff mit 400er Papier über die ganze Karosserie, um die Wellen, die durch den Herstellungsprozess immer vorhanden sind, rauszukriegen, ein erster Sichtcheck deckt dann noch ein paar Sinkstellen auf, die schnell man kurz mit Tamiya Liquid Surface Primer auffüllt, zwei Tage trocknen lässt und dann verschleift, und gut ist.

      Weiße Karosserien sind zum Bearbeiten immer Dreck, weil man nix auf ihnen sieht. Das hier ist das Ergebnis vor der ersten Schicht Grundierung. Auf dem ersten Blick eigentlich ganz okay...
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    • ...nach der ersten Schicht Grundierung nicht mehr! Aber: alles noch im ganz normalen Bereich, besonders für ein Modell, daß aus 30 Jahre alten Formen stammt. Also: Schleifpapier vs. Mustang, Round 2. Fight on!

      Bis hier seit vorigen Samstag etwa eine Stunde täglich.
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    • Joa, bissi mehr als 5 Minuten Geduld sollte man schon aufbringen, aber die Motivation lässt schon mal schnell nach, wenn der Fortschritt net direkt ersichtlich ist. Großes Problem dabei: Je länger man daran arbeitet, desto mehr entdeckt man, was die Leidenschaft schon mal etwas abkühlen lässt. Nach einigen weiteren Stunden Schleiferei wars mir dann mit der Karosserie auch zu blöd, und ich hab mich mal anderen Bauteilen gewidmet. Was zum Teil auch dem geschuldet ist, daß ich für die Krater in der Frontmaske noch eine Idee brauche...

      ...also weiter zum Motor. Der ist soweit schon schön, aber auch hier kommt das Alter der Spritzgussform zum Tragen, in Form von Spalten, Versatz und sonstigen Unsauberkeiten.

      (Ich muß mich etwas für die Bildqualität entschuldigen, ich krieg im Moment keine gescheite Beleuchtung hin, weswegen recht viel Bildrauschen auftritt, und diese Bridge-Kameras im unteren/mittleren Preissegment haben teilweise Schwierigkeiten, auf das scharf zu stellen, was man eigentlich ablichten will, und einen manuellen Fokus gibt es nicht...)
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    • Was mir am Motor gar nicht gefiel, war der Getriebeausgangsflansch, der war nämlich... so was wie oval, aber auch das nicht so richtig. Rund jedenfalls nicht. Nix, was man nicht mit etwas eigenem Engagement und Kunststoffprofil lösen kann

      1. Man braucht: Evergreen Rod 2 mm und 3,2 mm, ein Skalpell, ein Bohrer 2 mm, etwas zum planfeilen (die Kosmetikabteilung der nächsten Drogerie bietet so einiges wirklich Praktisches für den Modellbauer, in dem Falle Nagelfeilen!), einen Messchieber zum Messen, Klebstoff, und natürlich unseren Motor!

      2. Wech mit dem Ding! Schnittfläche nschließend etwas planfeilen

      3. Vom 3.2 mm-Rohr wird ein kleiner Ring von etwa 1,5 mm Länge abgeschnitten.

      4. Vom 2 mm-Stab schneide ich auch etwa 4 mm ab. Die beiden Dinge werden ineinandergeschoben (naja, eher gepresst)

      5. Das Getriebe ein Stück weit von hinten X/ aufbohren

      6. Den neuen Zippel so weit einschieben, daß er 2,5 mm raussteht (sowas bitte immer vorher messen!), kleben, happy sein.

      Inzwischen hab ich auch die Ölwanne angeklebt, muß aber noch etwas versäubert werden.
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    • Da ich den Motor noch nicht lackieren kann, es mir aber in meinen Fingern juckte, endlich etwas Farbe zu verteilen, hab ich mich mal dem Unterboden etwas angenommen.

      Mein Ziel ist ein Fahrzeug, das bereits einige Jahre und Meilen unter den Rädern hat und nicht mehr ganz taufrisch ist, mit etwas Dreck, Schmutz, Staub, Rost und Öl, sowie einem nicht mehr ganz hochglänzendem Lack. Gerade der Unterboden schaut schnell etwas versaut aus.

      1. Grundiert

      2. Tank in Aluminium (Revell Aqua 99) grundiert

      3. Einmal den Christo gemacht (Tank abkleben) und die Rostschutzgrundierung aufgetragen. Kann sein, daß ich mich hier etwas viel künstlerische Freiheit anwende, ich weiß, daß GM diese rote Eisenoxid-Grundierung (Vallejo Uniformbraun) auf seinen Chassis verwendet hatte, aber Ford? ?(

      4. Nicht ganz deckend den Unterbodenschutz auflackiert (Revell Panzergrau und Anthrazit). Das Rot sollte immer noch etwas durchscheinen. Anschließend ein Seidenmatt-Klarlack (Vallejo) auftragen.

      Das wars erst mal für heute, nächste Woche gehts weiter. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! :)
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    • Nein, ich habs noch nicht in die Ecke geworfen, bin immer noch dran... ;)

      ...hab mal mit dem weitergemacht, was mir immer am meisten Spaß macht: dem Motor! Nach der Grundierung eine Schicht Revell Aqua Aluminium, dann Block und Zylinderköpfe in Testors Acryl Dark Blue (IMHO zu dunkel für das Ford Corporate Blue, aber Revell Blau 52 laut Anleitung ist noch dunkler), Ölfilter in weiß. Anschließend ein erstes Wash mit Revell Enamell Seidenmatt schwarz.




      Unnötigerweise habe ich den unteren Teil der Ölwanne schief angeklebt. War wohl grad ein bisschen :doofy: in dem Moment...

      Im nächsten Schritt wird das Ganze noch etwas dreckiger werden, ich werde noch etwas von dem typischen Schmutz hinzufügen, der sich nach so ~50.000 mls+ und etwas mangelhafter Pflege so ansammelt. Diesen typischen schwarzen Belag, wenn Motor und Getriebe etwas Öl schwitzen. Bisschen Öl, das aus nicht mehr ganz dichten Ölwannen- und Kopfdeckeldichtungen suppt. Und ich glaub, um den ÖFi lass ichs auch etwas sauen. Und ein bisschen Staub und Straßenschmutz sollten dem ganzen noch etwas zusätzliche 'street credibility' verschaffen... :)

      Außerdem ist es Zeit, sich etwas dem Vergaser zu widmen. Hat man die dicke Chromschicht abgetragen, kommt sogar ein ganz ordentlich detailliertes Teil zum Vorschein, aber leider hat er nicht besonders viel mit dem in den Shelbys verbauten 715 cfm-Holleys gemein. Aber das wird auch noch... ;)



      Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! :)